Briefspiel:Kaiserjagd/Ucuris Erwählter: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Liebliches-Feld.net
Zur Navigation springenZur Suche springen
Dajin (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Dajin (Diskussion | Beiträge)
Zeile 15: Zeile 15:
Der Almadaner riss bei Erwähnung seines Namens die Augen weit auf. Wie konnte denn das passieren? Er wusste, dass er eine gute Falkenjagd hatte. Aber die Beste aller Teilnehmer? Er musste an den Falkner denken, der ihm im letzten Frühling auf dem Markt im [[Unterfels]]er [[Almadinquartier]] den tulamidischen Saker mit den Worten „Eine edle, luftige Naturgewalt mit großem Potential und dem Mut eines Wüstenjägers“ angepriesen hatte. Er hatte nicht gelogen. „Berahm Shekari“ hatte sich als genau der mitleidlose Jäger erwiesen, den er auch schon als Name trug. Viele andere Teilnehmer hatten sich für Wanderfalken entschieden, welche gegenüber den Sakerfalken grundsätzlich die besseren Jäger waren. Aber dies war ein waldiges, winterliches Gebiet. Wanderfalken tendierten dazu, den Kampf zu meiden und verfolgten ihre Beute nicht, sobald diese sich ins Dickicht zurückgezogen hatten. Und davon hatte so ein Wald eine Menge. Die Tulamidischen Saker hingegen ließen sich von ein paar Ästen und Zweigen nicht aufhalten. Hatte er seine Beute auserkoren, so ließ er es nicht entkommen und war sich dann auch nicht zu schade, es auf einen Kampf ankommen zu lassen.   
Der Almadaner riss bei Erwähnung seines Namens die Augen weit auf. Wie konnte denn das passieren? Er wusste, dass er eine gute Falkenjagd hatte. Aber die Beste aller Teilnehmer? Er musste an den Falkner denken, der ihm im letzten Frühling auf dem Markt im [[Unterfels]]er [[Almadinquartier]] den tulamidischen Saker mit den Worten „Eine edle, luftige Naturgewalt mit großem Potential und dem Mut eines Wüstenjägers“ angepriesen hatte. Er hatte nicht gelogen. „Berahm Shekari“ hatte sich als genau der mitleidlose Jäger erwiesen, den er auch schon als Name trug. Viele andere Teilnehmer hatten sich für Wanderfalken entschieden, welche gegenüber den Sakerfalken grundsätzlich die besseren Jäger waren. Aber dies war ein waldiges, winterliches Gebiet. Wanderfalken tendierten dazu, den Kampf zu meiden und verfolgten ihre Beute nicht, sobald diese sich ins Dickicht zurückgezogen hatten. Und davon hatte so ein Wald eine Menge. Die Tulamidischen Saker hingegen ließen sich von ein paar Ästen und Zweigen nicht aufhalten. Hatte er seine Beute auserkoren, so ließ er es nicht entkommen und war sich dann auch nicht zu schade, es auf einen Kampf ankommen zu lassen.   


Das Berahm Shekari ihm diesen Gefallen auch bei der Kaiserjagd getan hatte, war das Ergebnis langer Arbeit. Ja, der Saker war eigenwilliger, schwerer zu dressieren. Es dauerte mehr als die üblichen sechs Wochen, bis er jagdfertig war. Eher doppelt so lange und sein Falkner auf der „Casale Fonte delle Ninfee“ in seiner [[Herrschaft Gugellabrück]] hatte einige schlaflose Nächte über sich ergehen lassen müssen, bis der Prozess des Abtragens beendet war; bis Berahm nicht mehr fäustig war und jedem dahergelaufenen Diener versuchte, in den Finger zu beißen. Doch die Arbeit hatte sich endlich ausbezahlt. Da, wo sich kein Wanderfalke seine Schwingen riskieren wollte, war er einer Almadanertrappe bis tief ins Unterholz gefolgt und hatte dem schweren Vogel mit einem präzisen Nackenbiss das Lebenslicht ausgeblasen.
Das Berahm Shekari ihm diesen Gefallen auch bei der Kaiserjagd getan hatte, war das Ergebnis langer Arbeit. Ja, der Saker war eigenwilliger, schwerer zu dressieren. Es dauerte mehr als die üblichen sechs Wochen, bis er jagdfertig war. Eher doppelt so lange und sein Falkner auf der „Casale Fonte delle Ninfee“ in seiner [[Herrschaft Gugellaquell]] hatte einige schlaflose Nächte über sich ergehen lassen müssen, bis der Prozess des Abtragens beendet war; bis Berahm nicht mehr fäustig war und jedem dahergelaufenen Diener versuchte, in den Finger zu beißen. Doch die Arbeit hatte sich endlich ausbezahlt. Da, wo sich kein Wanderfalke seine Schwingen riskieren wollte, war er einer Almadanertrappe bis tief ins Unterholz gefolgt und hatte dem schweren Vogel mit einem präzisen Nackenbiss das Lebenslicht ausgeblasen.


Und so stand Hasrolf nun da, in einer Reihe vieler talentierter Jäger und ward auserkoren als der beste Falkenjäger bei der Kaiserlichen Jagd. ER wurde nun zum Horas zitiert. Der Mann ende vierzig versuchte würdevoll zu bleiben und nicht laut aufzujubeln, dennoch blies er die Backen auf, als sein Name erklang. Die dampfende Atemfahne ließ keinen Zweifel daran, dass er gerade eine große Menge an Luft ausgeblasen hatte. Ein kurzes lächeln, ein Blick gen Himmel nebst Stoßgebet an Firun und Ucuri, dann zog er die wärmenden Pelzlinge aus, zupfte noch einmal den Kragen seines dicken, fellgesäumten Pelzmantels zurecht und trat aus der Reihe.  
Und so stand Hasrolf nun da, in einer Reihe vieler talentierter Jäger und ward auserkoren als der beste Falkenjäger bei der Kaiserlichen Jagd. ER wurde nun zum Horas zitiert. Der Mann ende vierzig versuchte würdevoll zu bleiben und nicht laut aufzujubeln, dennoch blies er die Backen auf, als sein Name erklang. Die dampfende Atemfahne ließ keinen Zweifel daran, dass er gerade eine große Menge an Luft ausgeblasen hatte. Ein kurzes lächeln, ein Blick gen Himmel nebst Stoßgebet an Firun und Ucuri, dann zog er die wärmenden Pelzlinge aus, zupfte noch einmal den Kragen seines dicken, fellgesäumten Pelzmantels zurecht und trat aus der Reihe.  

Version vom 11. April 2026, 11:08 Uhr

Städteübergreifendes Briefspiel
Datiert auf: 1.-6. Firun 1046 BF Schauplatz: von Aldyra in den Wald von Persenciello Entstehungszeitraum: ab März 2024
Protagonisten: Khadan II. Firdayon, etliche Hochadlige und weitere Noble des Reiches Autoren/Beteiligte: Amarinto, Atagon, Bella, Carenio, Cassian, Dajin, Dellapena, Erlan, Flaviora, Fürst Federkiel, Gerberstädter, Gonfaloniere, Horasio, Illumnesto, Kacheleen, Luntfeld, Nebelzweig, OrsinoCarson, Princeps, Rondrastein, Salkyo, Savinya Romeroza, Schatzkanzler, Silberwind, Temelon, Tribec, Vairningen, VivionaYaPirras u.w.

Zyklus:
Übersicht · Teilnehmer · Schauplätze · Regeln · Erster Tag · Zweiter Tag · Dritter Tag · Vierter Tag · Fünfter Tag · Sechster Tag · Individuelle Auswertung · Gerüchteküche


Ucuris Erwählter

2. Firun 1046 BF, kurz nach dem Mittag, im Hügelland östlich der Kusmaraburg

Autor: Gonfaloniere

Wird vom Kaiser geehrt: Hasrolf von Culming

Es war schon etwas nach dem Mittag, die zweite Praiosstunde ging ihrem Ende entgegen, als lauter Hörnerstoß weithin auch das Ende der kaiserlichen Beizjagd in den Hügeln vor dem Persenciello-Wald signalisierte.
Die Schreie der auffliegenden und niedergehenden Falken, die über einige Stunden fester Bestandteil der Geräuschkulisse über den Hügelkuppen und seichten Talsenken geworden waren, verebbten bald nahezu vollständig. Unter den jagenden Adligen und Jagdmeistern brach stattdessen teils eine Hektik aus, um erlegtes Vogelwild vor allem noch zum Sammelplatz des kaiserlichen Jagdgefolges zu bringen – auf dass es begutachtet, gewogen und letztlich bewertet werden konnte. Dass dies die Aufgabe der kaiserlichen Falconiera, der beim Kaiser in hohem Ansehen stehenden Myryan Tharedion war, hatte sich längst herumgesprochen. Und so wurde jede ihrer Regungen, als sie durch die an einer Hügelflanke aufdrapierten Beutestücke schritt, von gespannten Adligen beobachtet.
Der Kaiser selbst, der die letzte Stunde der Beizjagd von der darüber liegenden Hügelkuppe aus beaufsichtigt hatte – genauer von seiner dreispännigen Jagdkutsche aus, an deren Seite sich eine Art filigraner, hölzerner Terrasse herabklappen ließ – verabschiedete sich im Hintergrund nun auch von der Prinzessin Branwyn ni Bennain, mit der er zuletzt im Zwiegespräch parliert, Delikatessen verkostet und eben das Jagdgeschehen beobachtet hatte. Manch einer fragte sich wohl, über was die Enkel der großen Kaiserin Amene und ihrer erbittertsten Rivalin, Fürstin Kusmina Galahans, dabei gesprochen hatten. Erst jetzt zogen die kaiserlichen Wachen, aus dem Adler- und dem Heilig-Blut-Orden, von den Draconitern und Famerlorianern, die zuvor weit gehaltene Abschirmung des Monarchen aber wieder enger, so dass die versammelten Edlen ihm näherkommen konnten.
Ein Raunen ging durch die Jägerschar, als die Falconiera schließlich die Sichtung der Jagdbeute abgeschlossen hatte und, selbst bedeckt durch je einen Ritter des Adler- und des Heilig-Blut-Ordens, geradewegs den Hügel hinauf zum Kaiser ging. Die Kür des erfolgreichsten Falkenmeisters der diesjährigen Kaiserjagd musste bevorstehen.
So ertönten nach kurzer Rücksprache des jungen Horas mit seiner favorisierten Hofjägerin erneut die kaiserlichen Jagdhörner. Und während der Kaiser selbst, flankiert von der Falconiera und einem Ordensmitglied der Ucuriaten, auf der 'Terrasse' seiner Jagdkutsche Aufstellung nahm, rief sein Herold: „Es möge vortreten … Signor Hasrolf von Culming!“

Der Almadaner riss bei Erwähnung seines Namens die Augen weit auf. Wie konnte denn das passieren? Er wusste, dass er eine gute Falkenjagd hatte. Aber die Beste aller Teilnehmer? Er musste an den Falkner denken, der ihm im letzten Frühling auf dem Markt im Unterfelser Almadinquartier den tulamidischen Saker mit den Worten „Eine edle, luftige Naturgewalt mit großem Potential und dem Mut eines Wüstenjägers“ angepriesen hatte. Er hatte nicht gelogen. „Berahm Shekari“ hatte sich als genau der mitleidlose Jäger erwiesen, den er auch schon als Name trug. Viele andere Teilnehmer hatten sich für Wanderfalken entschieden, welche gegenüber den Sakerfalken grundsätzlich die besseren Jäger waren. Aber dies war ein waldiges, winterliches Gebiet. Wanderfalken tendierten dazu, den Kampf zu meiden und verfolgten ihre Beute nicht, sobald diese sich ins Dickicht zurückgezogen hatten. Und davon hatte so ein Wald eine Menge. Die Tulamidischen Saker hingegen ließen sich von ein paar Ästen und Zweigen nicht aufhalten. Hatte er seine Beute auserkoren, so ließ er es nicht entkommen und war sich dann auch nicht zu schade, es auf einen Kampf ankommen zu lassen.

Das Berahm Shekari ihm diesen Gefallen auch bei der Kaiserjagd getan hatte, war das Ergebnis langer Arbeit. Ja, der Saker war eigenwilliger, schwerer zu dressieren. Es dauerte mehr als die üblichen sechs Wochen, bis er jagdfertig war. Eher doppelt so lange und sein Falkner auf der „Casale Fonte delle Ninfee“ in seiner Herrschaft Gugellaquell hatte einige schlaflose Nächte über sich ergehen lassen müssen, bis der Prozess des Abtragens beendet war; bis Berahm nicht mehr fäustig war und jedem dahergelaufenen Diener versuchte, in den Finger zu beißen. Doch die Arbeit hatte sich endlich ausbezahlt. Da, wo sich kein Wanderfalke seine Schwingen riskieren wollte, war er einer Almadanertrappe bis tief ins Unterholz gefolgt und hatte dem schweren Vogel mit einem präzisen Nackenbiss das Lebenslicht ausgeblasen.

Und so stand Hasrolf nun da, in einer Reihe vieler talentierter Jäger und ward auserkoren als der beste Falkenjäger bei der Kaiserlichen Jagd. ER wurde nun zum Horas zitiert. Der Mann ende vierzig versuchte würdevoll zu bleiben und nicht laut aufzujubeln, dennoch blies er die Backen auf, als sein Name erklang. Die dampfende Atemfahne ließ keinen Zweifel daran, dass er gerade eine große Menge an Luft ausgeblasen hatte. Ein kurzes lächeln, ein Blick gen Himmel nebst Stoßgebet an Firun und Ucuri, dann zog er die wärmenden Pelzlinge aus, zupfte noch einmal den Kragen seines dicken, fellgesäumten Pelzmantels zurecht und trat aus der Reihe.

Unglaublich. Er würde nun den Horas persönlich treffen. Einst ein kleiner almadanischer Junker, den sie verspottet hatten, als er als Lehen über seine Heimat, ein kleines Dörfchen namens „Villaraja“ erhielten hatten. Ihm klingelte der Spott ein wenig im Ohr. „Nicht mal einen Büttel habe er.“ Spotteten sie über die Winzigkeit des Ortes. „Villaraja und Villabacho, ein Dorf zum Tellerwaschen.“ spotteten sie über dessen Name. Dann kam er nach Unterfels, vermittelte Söldner, versorgte sie mit Waffen und wurde so bald bedeutsam, dass es für einen Stadtpalazzo und eine ganze Herrschaft auf horasischer Seite reichte. Wohlhabend genug für eine kleine Falknerei. Er war bedeutsam. Und jetzt… sogar Ucuris Erwählter und gleich nur noch wenige Schritte von einer Audienz mit dem Horas entfernt. Die Horasier mochten aus seiner Sicht nicht das gleiche Maß an Ehre im Leib haben, verglichen mit den meisten Almadanern. Sie mochten nicht dieses Feuer haben, ihr Blut war möglicherweise eher aus Himbeertorte und denn aus gutem Wein. Aber das musste man ihnen lassen, sie wussten, wie man ihre Besten zu behandeln hat. Diesen Moment würde sich der „Kleine Junker aus Villaraja“ besonders einprägen. Davon würde er seinen Enkeln erzählen.