Geschichte (Efferdas)

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Chronologie
  • um 850 v. BF Gründung des Efferd-Tempels vom jungen, schiffbrüchigen Novizen Parven
  • vor ca. 500 v. BF Tempel- (Piraten-?) Siedlung; die fanatischen Efferd-Templer praktizieren einen dubiosen Delphin- und Heiligenkult
  • ca. 500 v. BF Errichtung der Feste (Castello di Efferdias)
  • 1 BF Schleifen der Feste durch Garether Truppen
  • 1. RON 61 BF Einweihung der Feste als Ordensburg des Theaterordens
  • ca. 354 BF Endgültige Aufgabe der Feste durch die Ordensritter Ende der Arivorer Herrschaft Beginn der Silaser Herrschaft
  • 500 BF Erster gräflicher Verwalter aus dem Hause der efferdanischen Patrizierfamilie der Raloffs
  • 751 Friede von Kuslik: Entstehen der Baronie Efferdas
  • 751-788 BF Hilbert Paklai (Hilbert I.)
  • 788-810 BF Hilmar
  • 810-844 BF Hilbert II. Bau der Residenz zu Efferdas
  • 844-859 BF Chalug
  • 859-867 BF Elmira
  • 867 BF Verbannung Elmiras und somit Entstehen der zweiten Linie efferdanischer Barone
  • 867-888 BF Leomar
  • 888-933 BF Leobris
  • 933-959 BF Kusimari (verschollen)
  • 959-1009 BF Elliane (Vertreten durch ihren Vormund Tiborian von Berlinghân-Efferdizza)
  • 987 BF Die Dämonenflut: Eine Flutwelle und ein anschließender Brand zerstören große Teile der Stadt Efferdas
  • 1003 BF Große Lehensreform im Lieblichen Feld: Die Signorie Letran wird der Baronie Efferdas zugeschlagen
  • 1009 BF Efferdischer Thronfolgestreit: Tiborian von Berlinghân-Efferdizza versucht die Delphinkrone an sich zu reißen, scheitert jedoch am Widerstand fast aller efferdischen Adeligen und Bürger.
  • 1009- BF Elanor: Entstehen der dritten Linie efferdanischer Barone
  • 1013 BF Letran-Krise: Baron Rinfa Drachenfeuer von Terubis erhebt Anspruch auf Letran. Nach kurzen militärischen Muskelspielen, wird der Streit friedlich beigelegt.
  • 1022 BF Weilenscheinkomplott: Die Letraner Familie Westfar-Weilenschein verschwört sich mit der Familie Efferdizza-Berlinghân und versucht Efferdas zu erobern, scheitert jedoch am efferdischen Widerstand
  • 1027 BF Torremundzwist: Streitereien zwischen den Familien Urbet-Marvinko, Torrem und Efferdas eskalieren in einer Schlacht in den Straßen der Stadt Torremund
  • 1028-1030 BF Efferdas im Krieg der Drachen: Chronologie Efferdas im Krieg der Drachen. Efferdas wird Republik
  • 1029 BF "Toricumer Weinkonflikt" und Ausgreifen Belhankas: Der Sikramtaler Ritterbund formiert sich als Defensivbündnis gegen Übergriffe der neuen Republiken. Ein Abfall des Umlandes droht.
  • 1031 BF Durch die Begründung des Parvenusbundes wird der Abfall des Umlandes vorerst verhindert. Die Republik Efferdas bildet eine Föderation mit den alten Herrschaften des Umlandes.
  • 1032 BF Torremsche Sezession: Das Haus Torrem sagt sich von der Republik los.
  • 1033 BF Kapitänsakkord: Efferdas festigt seine Herrschaft nach außen und innen.
  • 1034 BF Endgültiger Abfall Toricums. Der efferdische Einflussbereich entwickelt sich vom Sikram weg gen Norden.
  • 1036 BF Die Sikramsflut. Die Bevölkerung der Stadt steigt sprunghaft an.
  • 1038 BF Baronin Elanor von Efferdas übergibt die Baronswürde Ihrem Sohn Eslam.
  • 1039 BF Der Sternfall zu Arivor treibt erneut Flüchtlige gen Efferdas. Die Bevölkerung wächst weiter.
  • 1041 BF Die Senatswahl bringt kaum Veränderungen im Machtgefüge der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Bosparanische Zeit

Die erste Erwähnung des Ortes Efferdas - gleichwohl nicht namentlich - findet sich in der Legende vom heiligen Parven, deren Original (aus der Zeit des Belen-Horas um 640 n. Horas Erscheinen) sich im Efferd-Tempel zu Bethana findet. Der in dieser Gründungslegende erwähnte Tempel vom güldenen Dreizack hat den Jahrhunderten getrotzt und ist noch heute das älteste Gebäude der Stadt. Aus allerlei Indizien und Fragmenten lässt sich schließen, dass um den Tempel herum langsam eine Siedlung wuchs, die den bosparanischen Namen Efferdium trug. Doch scheint der Efferdglaube über die Jahre mehr und mehr korrumpiert worden zu sein, wodurch ein dubioser Delfin(?)-Kult entstand, der wohl Menschenopfer darbrachte und aus kultischen Gründen der Piraterie nachging. Zur Regierungszeit des Admiral Dozman um 480 v. BF schließlich wurde die Feste zu Efferdas als Castell Efferdium erbaut -wie zu vermuten als Zwingburg gegen das Piratenunwesen.

Nach Bosparans Fall

Danach ist erst wieder das Schleifen dieser Feste durch Garether Truppen vermutlich am 25ten Efferd des Jahres 1 BF belegt. Ebenso belegt ist Weihe der Feste zur Ordensburg des Theaterordens am 1ten Rondra 61 BF. Der Urkunde, welche noch heute im Besitz der Ardariten zu Arivor ist, ist ferner zu entnehmen, dass die Feste früher wesentlich größer war und das Meer in den vergangenen 1 1/2 Jahrtausenden Teile des nordwestlichen Burgfelsens abgetragen haben muss. Schriften, die vor Jahren im Bornland entdeckt wurden, schließlich belegen, dass die etwa 500 Einwohner von Efferdas zu dieser Zeit zwar dem Orden lehens- und tributpflichtig waren, sich jedoch niemals dem Rondrakult zugewandt haben, sondern weiterhin dem Gott des Meeres opferten.

Priesterkaiserzeit

Nach dem Erntefestmassaker verließen im Jahr 346 BF die letzten Theaterritter die Feste und flohen vor den Fanatikern des Praios ins Bornland. Das aufgegebene Castell verfiel in den folgenden Jahren zusehends, da die Statthalter der Priesterkaiser in Toricum residierten. Nachdem man anfangs den ungeliebten Rondrianern keine Träne nachweinte, machte bereits diese Wahl die neuen Regenten unbeliebt. Nachdem sich die Stadt 440 BF zu hohen Tributzahlungen verweigerte, schloß die Inquisition den Effertempel, was die Stadt noch mehr als die zeitgleich stattfindenen Hexenverbrennungen in einen Aufstand trieb, der jedoch nach bereits kurzer Zeit durch Sonnentempler aus Toricum niedergeschlagen wurde. Die letzten Aufständischen flohen gen Valderas, wo sie jedoch schon 441 BF endgültig besiegt wurden. Die letzten Überlebenen flohen in die Sümpfe, wo sie jämmerlich starben. Noch heute (so berichten zumindest die abergläubischen Valderaner) hausen die Geister der Verstorbenen ebenso wie einige Hexen noch immer im Sumpf. Da der Praioskult in Toricum auch heute noch stark vertreten ist, sind überzeugte Efferder immer noch misstrauisch gegenüber Allem, was aus Toricum kommt.

Rohalszeit

Seit der Regierungszeit Rohals des Weisen wurde die Stadtmark Efferdas dann von Silas aus regiert, die Vögte vom Grafenhaus selbst eingesetzt. Es waren dies nach den Annalen der Familie seit dem Jahr 504 BF stets die Oberhäupter der Familie Raloff. Die Gemarkung Efferdas umfasste dabei etwa das Gebiet der heutigen Stadtmark Efferdas, sowie Valderas und Ranaqídes, während Letran sowie Chintûr als galahansches Hausgut zu Kuslik gehörten und der Rest des heutigen Efferdas von Urbet aus verwaltet wurde. Letzteres ist noch heute von Bedeutung, da es eine Erbfehde zwischen den Häusern Urbet-Marvinko und Efferdas begründet, obwohl beide Häuser damals noch nicht die herrschenden Häueser waren.

Nach der Unabhängigkeit

Im Jahr des Kusliker Friedens wurde die Lehensstruktur des neu entstandenen Reiches grundlegend verändert. Bei der Constutio und Ernennung des neuen Barons von Efferdas wurden die Rechte der Grafschaften zugunsten des Herzogtums Methumis beschnitten. Erster Baron von Efferdas wurde der Bürgerkriegsheld und Firdayonvasall Hilbert Paklai -ein Edler aus Ranaqídes. Baron Hilpert der Erste war zunächst gezwungen zunächst Geldmittel zu beschaffen, um sich mit dem Wiederaufbau der Feste ein zumindest annähernd standesgemäßes Domizil zu schaffen. Er war daher zu einigen Zugeständnissen an die bis dahin recht unabhängigen Bürger der Stadt bereit. So ließ es unentgeltlich Sträflinge auf der Werft der Familie Slin arbeiten, gestand der Stadt einen Bürgermeister zu und vergab allerlei Privilegien und Monopole.

Hilbert folgte sein schon 54-jähriger Sohn Hilmar nach, der fern von Efferdas in der Palastgarde zu Vinsalt nie die erhoffte Karriere gemacht hatte. Hilmars Herrschaft war von der Hinwendung zum Rondranischen geprägt. Er ließ ein Turnier ausrichten, begründete eine priviligierte Zunft der Waffenschmiede, verließ sich aber sonst auf den Rat seines Bruders. Hilmar ertrank im Bürgerkriegsjahr 810 vom Alter ungebeugt in schwerem Sturm in der Kusliker Bucht. Mit ihm starben die meisten seiner Krieger. Dem unverheirateten Hilmar folgte der Sohn seines jüngeren Bruders als Hilbert der Zweite nach. Dieser hatte ebenso aus Liebe wie auch ob der beachtlichen Mitgift die Patriziertochter Elisa Vinari geheiratet. Zwar floss ein Großteil der Mitgift in den Bau der Residenz, doch schlug Hilbert II. nach seinem Vater und zeichnete sich mehr durch Geschäftssinn denn durch Mut aus, so dass er Stadt und Baronie weitgehend aus den Wirren der Zeit heraus hielt, was ihm den Respekt der Bürgerschaft einbrachte.

Hilberts Sohn Chalug, der ihm 844 BF nachfolgte, ehelichte standesgemäß Solira Aralzin von Pertakis eine ehrgeizige und verschwenderische Nordyaquirierin, die dem Baron das Leben so schwer gemacht haben mag, dass dieser früh verstarb. Solira vermählte ihr einziges Kind Elmira mit Leomar von Tomrath, einem Neffen des damaligen Erzherrschers von Arivor. Doch herrschte weniger Liebe denn Hass zwischen den Vermählten. Hass der nach dem Tode Soliras 864 BF offen ausbrach und in einem angebliche Mordanschlag auf Leomar gipfelte. Auf Intervention des Erzherrschers wurde Elmira verbannt und ging ihres Titels zugunsten von Leomar verlustig. Sie starb 887 BF in Drôl. Leomar heiratete erneut und begründete die zweite Linie efferdischer Barone. Sein Sohn Leobris wurde in Tomrath erzogen und trat später als Knappe den Ardariten bei, während sein Vater insbesondere das Landvolk knechtete und ausbeutete. 888 BF wurde er schließlich bei Toricum von aufständischen Bauern erschlagen.

Der Mut Holbert Changbaris gepaart mit dem Edelmut Leobris sorgten dafür, dass letzterer nicht Vergeltung an den Mördern seines Vaters übte. Darüber berichtet noch heute das Märchen von Leobris dem Gerechten und Selinya der Schönen. Wie dort berichtet wird ehelichte der Baron die schöne Kaufmannstochter Selinya Changbari. Leobris förderte beraten von seiner klugen Frau Handel und Wandel, Kunst und Kultur in Efferdas. So stiftete er auch den Hesinde-Tempel zu Efferdas, was die anderen Patrizier der Stadt unter Federführung der Familie Raloff dazu veranlasste einen Rahja-Tempel zu stiften. Ferner holte Leobris die Tochter Elmiras Odina zurück in die Familie, wobei diese jedoch für sich und ihre Erben auf jeglichen Anspruch auf die Delphinkrone entsagen musste. Später begründete Odina durch Heirat mit dem Haus Schelf die Seitenlinie Efferdas-Schelf, deren Nachkommen heute sowohl das Haus Efferdas ä.H. als auch den garéner Zweig des Hauses Thirindar bilden.

Die Dämonenflut in Efferdas 987 BF

Leobris und Selinya war nur ein Kind vergönnt: Kusimari, welche nach dem Vorbild ihres Vaters stark rondrainisch erzogen wurde. Die Mär von Kusimari der Geisterschifferin erzählt davon, wie sie drei ihrer vier Kinder verlor und so ihre jüngste geistesschwache Tochter Elliane den Thron erbte. Dieser wurde mit Tiborian Berlînghan ein Verweser zur Seite gestellt, welcher sich Hoffnungen machte, dass seiner Familie nach Ellianes Tod dem Krone zu Efferdas zufallen würde. Um sich jedoch schon vorher ein sicheres Auskommen in der Baronie zu haben, löste er Teile der Stadtmark Efferdas von der Stadt ab, was ihn bei den Patriziern unbeliebt machte.

Efferdas (grün) mit durch Gefolgleute indirekt kontrollierten Ländereien (hellgrün) etwa im 1025ten Jahre

Auch beim Landadel war die Aussicht auf einer Machtausweitung der Herzogenfamilie in Efferdas wenig populär, so dass Tiborian nach dem Tode Ellianes 1009 BF im efferdischen Thronfolgestreit allein auf die halbherzige Unterstützung der Familie Raloff zählen konnte. So gelangte die Urenkelin Kusimaris Elanor mit Unterstützung von Odina Thirindar von Schelf recht schnell auf dem Delphinthron, da auch die meisten Mächtigen der Baronie hofften leichtes Spiel mit der unerfahrenen Exilantin zu haben. Eine Fehleinschätzung -erwies sich die neue Baronin als ehrgeizig und zielstrebig. Zwar sah sie sich gezwungen dem Drängen der Stadt Efferdas nach mehr Autonomie nachzugeben, doch verteidigte sie die Baronie in der Letran-Krise und im Weilenscheinkomplott insbesondere gegen Angriffe aus Terubis, verlobte ihren Sohn Eslam von Efferdas in das bedeutende Haus der ay Oikaldiki und verschaffte Efferdas in der Shumir-Krise auch im Norden des Reiches Einfluss. Ihre ärgste innenpolitische Gegnerin blieb bis sie sich im Weilenscheinkomplott selbst ins Aus manövrierte Tiborians Tochter Elvene Asmodena von Berlinghân-Efferdizza, während Tiborian schon bald an Gram verstarb. Bei allen anderen efferdischen Adelsgeschlechtern gelang es ihr zunächst diese unter irer Fahne zu versammeln, bis unter dem neuen Phalaxan Reon Torrem zunehmende Differenzen zum Haus Torrem offenbar wurden, die 1027 BF im ersten Torremundzwist gipfelten. Ihre größte Niederlage erlitt Elanor von Efferdas im Jahr 1028 BF als sie nach der Schlacht auf den Rosenfeldern ihren Traum Gräfin von Belhanka zu werden begraben, ja sogar akzeptieren musste, dass sich Efferdas zur Republik erklärte.

Die Republik Efferdas

Übergangskrise (1028-1032 BF)

Die Republik durchlebte, kaum gegründet, zunächst eine Übergangskrise. So fanden sich Efferdas wie auch die umliegenden alten Herrschaften in einem starken machtpolitischen Sog Belhankans. Dies führte im Travia des 1029ten Jahres prompt in eine erste militärische Auseinandersetzung, denn im Zuge des so genannten "Toricumer Weinkonflikts" versuchte die Sikrammetropole auf die Güter des Hauses Torrems auszugreifen. Jenes wiederum aktivierte seine Beziehungen zu Urbasi, so dass Traviano von Urbet-Marvinko militärisch auftrat und in der Schlacht von Tolkram Belhanka abwies. Als die zunächst abwartend agierende Republik Elanor wegen dieser fremden Intervention selbst mit den Truppen der Republik vor Toricum schickte, konstituierte sich eine Konfliktlage, die bis 1032 BF bestimmend sein sollte. Obwohl es keinen militärischen Schlagabtausch mehr gab, wurden die Adelshäuser der Torrems und der Onerdi durch das Einschreiten der Lehensherrin auf der Seite der Republik Efferdas in die Opposition gedrängt. Indem die Torrems auch weiterhin auf ihre Beziehungen zu Urbasi bauten, gründeten sie gemeinsam mit den Onerdi auch den Sikramtaler Ritterbund, was sie der aristokratischen Stadtherrschaft aber auch dem Haus Efferdas weiter entfremdete. Dieses Defensivbündnis, das alsbald auch Teile des westurbetischen Adels einschloss, versuchte den zunehmenden Einfluß der Stadtaristokratie auf die Ländereien des alteingesessenen Landadels einzudämmen. Hierdurch drohten Teile des altefferdischen Baroniegebietes der Republik faktisch verloren zu gehen. Bestimmend für die Situation bis 1032 BF war das Ausstrahlen Urbasis auf die politischen Verhältnisse am unterem Sikram, die Entfremdung des Landadels und der Stadtaristokratie und die rasche Aufwertung von zugewanderten Magnatenfamilien. So konnten das Haus di Camaro und das Haus di Onerdi ihren Einfluss und ihre Macht mehren, weil die einander konkurrierenden Efferdier sie durch eine Politik der Gefälligkeiten, der Gunsterweise und der Travienbündelei zu ihren Parteigängern zu machen versuchten.

Im Frühling 1031 BF eskalierte der Konflikt in der Frage nach dem Status des Pontorriat Torremund. Nachdem Elanor von Efferdas die vom Haus Torrem geltend gemachten Requisitionsansprüche abgewehrt hatte, sowohl weil sie sich im Gefüge der Republik gezwungen sah, als auch aus tiefem seit dem Torremundzwist entstandenen Misstrauen, aktivierte das Haus Torrem gleichermaßen den Ritterbund wie auch die Unterstützung Urbasis, indem es seine Sezession erklärte. Das Haus di Onerdi sprang diesem Anliegen faktisch bei. Die republik Efferdas reagierte zunächst abwartend, da sich im Senat 3 Fraktionen gebildet hatten: Die pro-torremschen Raloffs, die Fraktion des Hauses Efferdas, die die Republik in den Grenzen der Baronie verteidigt sehen wollte und den Fortschrittlichen, die die Sezession des "torremschen Problemfalls" positiv sahen und denen alte Lehensstrukturen und Grenzen nichts mehr bedeuteten. Doch noch bevor es zu einem blutigen Schlagabtausch gekommen wäre, fanden die Efferdier jedoch durch eine Initiative von Esteban di Camaro einen Kompromiss: Im Rahmen der Begründung des Parvenusbundes sollte die Republik ihren unmittelbaren Einfluss auf Efferdas und die Stadtmark selbst beschränken, wohingegen das Umland militärisch über eine Bundesgenossenschaft eingebunden wurde. Eine Besitzstandsgarantie kam hierbei dem Adel in dem seit 1028 BF angestrebten Ziel innerhalb der Republik entgegen. Im Gegenzug erlangte Efferdas auch mittelbaren Einfluss in Gebieten, die jenseits der alten Baroniegrenzen lagen. Während die Republik durch die im Senat vertretenen Familien gesellschaftlich und vor allem wirtschaftlich weiterhin die Führungsrolle im efferdischen Einflußbereich hatte, wurde die militärische Lehensgefolgschaft durch das Bündnis abgelöst.
Gleichwohl kam es im Jahr 1032 BF zur torremschen Sezession, die dem Umstand geschuldet war, dass das Adelshaus der Torrems die politische Oberherrschaft des Senats -obwohl selbst Teil des Gremiums- nicht anerkennen mochten und durch Gründung eines Freigonfalonierats faktisch von Efferdas abfielen und auch auf Jahr und Tag aus dem Parvenusbund austraten.

Konsolidierung (1033 BF -1038 BF)

Der Abfall des Hauses Torrem und der später verkündete Rückzug des Hauses di Onerdi aus dem Senat stellten schließlich jedoch den Abschluss der Übergangskrise dar.

Efferdas (grün) mit zugewonnenen hellgrün) und durch Sezession verlorenen Gebieten (braun) etwa im 1035ten Jahre

Durch Intervention des Hochadels -namentlich der Häuser Firdayon und Berlînghan- kommt es zu einer Beruhigung der Lage: Das Kleinfürstentum "Freigonfalonierat bei Sikram" entsteht (1034 BF) und stellt das Haus Torrem zufrieden, das Haus di Onerdi wendet sich endgültigvom Haus Marvinko ab, efferdische Ansprüche in Terubien werden anerkannt. Im Inneren wurde sowohl die Verwaltung neu gegliedert, als auch dem Senat durch eine erste Wahl 1033 BF zu einer größeren Legitimation und Akzeptanz verholfen.
Die Krisen der Zeit sind kaum politischer Natur: Die Raloff-Krise eher der Gier nach Geld geschuldet, die Sikramsflut 1036 BF eher der Launenhaftigkeit Efferds. Und doch hatten beide Ereignisse auf die efferdische Gesellschaft: Während der Niedergang der Raloffs nobilitierte Geschlechter anspornte ins Patriziat aufzusteigen, wurde manch einfacher Efferdier noch abhängiger von seinem Patron, weil er gezwungen war Kredite aufzunehmen. Die Flüchtlinge aus den Hochwassergebieten beflügelten die efferdischen Gewerbe als billige Arbeitskräfte, verdarben aber die Löhne für andere Tagelöhner.
Bei der Senatswahl 1037 BF hoffte so mancher auf ein erneutes Einziehen des Volkstribuns Ralman Sikramstaler in den Senat. Um so überraschender war, dass er nicht zur Wahl antrat und unter mysteriösen Umständen aus Efferdas verschwand. Manch Gerücht um eine üble Verwicklung des einen oder anderen Patriziergeschelchts in die Vorkommnisse machten die Runde. Denn ansonsten änderte sich an den Verhältnissen im Senat nicht viel. Einzig die Familie ya Bocca, welche durch die Versteigerung der raloffschen Besitztümer zu Wohlstand und Ansehen gekommen war, übernahm den Sitz Sikramstalers. Ebenfalls kam es nur zu wenigen Umbildungen im Magistrat der Stadt und viele Patrizier wirkten kaum dem Eindruck entgegen, dass die Kapitanate zunehmenend als Pfründe einzelner Familien angesehen wurden. An Veränderungen war aus ihrer Sicht nicht zu denken, florierten doch die Geschäfte und der Wohlstand (ihr Wohlstand) mehrte sich. Im Praios 1038 BF ziehen Elanor von Efferdas, ihr Sohn Eslam nebst Gattin mit großem Gepränge und in Begleitung einer Eskadron Stradioten in Efferdas ein. Der Senat wird darüber erst im letzten Moment informiert. Baronin Elanor übergibt das Amt des Barons feierlich an ihren Sohn. Die Festlichkeiten stehen dem herrschaftlichen Gepränge vorheriger Inthronisationen in nichts nach. Elanor verkündet ihren Lebensabend in Belhanka verbringen zu wollen.

Wachstum und Stillstand (1038 BF - 1042 BF)

1039 BF wächst die Bevölkerung durch Flüchtlinge aus Arivor weiter. Während auch der Reichtum des Adels weiter wächst, trägt das einfache Volk die Last. Die Quartiere platzen aus allen Nähten, was zu Reibereien zwische den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Zyklopäer, Sikramstaler, Arivorer, Alteingesessene) führt. Der Adel trägt nur durch allerlei Skandälchen, die als Stadtgespräch die Bevölkerung über Wochen ablenken, zu einer Verbesserung der Lage bei. Exemplarisch ist der Rosenkrieg zwischen Horakles Kanbassa und Orleane von Efferdas ä.H.

Der Rosenkrieg 1039 BF

Hesinde 1039 BF: Orleane von Efferdas ä.H. verlässt endgültig den Pallazzo der Kanbassa und zieht dauerhaft in die Residenz zu Efferdas. Horakles Kanbassa schäumt vor Wut und bezichtigt seine Gattin der Unzucht mit ihrem Cousin dem Baron sowie der Untreue als Fiskalkapitanya der Republik gegenüber. Orlane ordnet besonders ordentliche Buchprüfungen des Handelshauses Kanbassa an. Der Baron von Efferdas fordert Horakles zum Duell, was dieser mit der Begründung ablehnt, dass nur ihm als Betrogenen eine Forderung zustünde, was ihn zum Gespött des Volkes macht. So unterhält der Rosenkrieg die Stadt einige Wochen lang.

Phex 1039 BF: Horakles Kanbassa trägt den Rosenkrieg mit seiner Frau in den Senat und fordert die Absetzung der Fiskalkapitanya. Nach einer süffisanten Replik von Senator Ebius von Efferdas lässt sich Horakles zu wüsten Beleidungen gegenüber dem Haus Efferdas hinreißen.

Praois 1041 BF: Die Senatswahlen bringen erneut kaum Veränderungen hervor. Einzig das Haus Kanbassa hat nennenswerte Stimmverluste hinzunehmen, die hauptsächlich zum Vorteil des Hauses ya Bocca gelangen.

Trotz aller Unzufriedenheit kommt es bei der Senatswahl 1041 BF zu keinen nenneswerten Veränderungen im Machtgefüge.

Siehe auch


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